Bezirk Vilnius

Der Bezirk Vilnius (deutsch Bezirk Wilna) war einer der zehn Verwaltungsbezirke Litauens. Der flächenmäßig größte und auch bevölkerungsreichste Bezirk lag im Südosten des Landes und umfasste auch die Hauptstadt Vilnius. Am 1. Juli 2010 wurden die Bezirke (Apskritys) in Litauen als Verwaltungseinheiten ersatzlos gestrichen. Die Funktionen der ehemaligen apskritys wurden zum Teil auf die Ministerien der Republik Litauen, zum Teil auf die Selbstverwaltungen (Savivaldibės) übertragen.

Der Bezirk umfasste acht Selbstverwaltungsgemeinden. (Einwohner am 1. Januar 2006)
Zwischen 1569 und 1795 existierte der Staat Polen-Litauen, bis er schließlich unter dem Königreich Preußen, dem Haus Österreich und dem Russische Kaiserreich aufgeteilt wurde. Bis dahin gehörte das Gebiet diesem Staat an. Nach der Teilung gehörte es zum Russischen Kaiserreich. Während des Ersten Weltkrieges wurde das Gebiet von der deutschen Armee 1915 erobert. Nach dem Beginn des Polnisch-Sowjetischen Krieges 1919 wurde das Gebiet durch die Rote Armee erobert. Die polnische Armee konnte die Sowjets zurückdrängen. 1920 warf die Rote Armee die Polen wieder zurück und eroberte das Gebiet zurück. Nach der Niederlage der Sowjets in der Schlacht um Warschau erkannte die Sowjetunion die litauische Souveränität über das Gebiet an. Der polnische General Józef Piłsudski erkannte die litauische Souveränität nicht an und forderte seinen Untergebenen General Lucjan Żeligowski dazu auf, die Stadt Vilnius zu erobern, ohne Litauen den Krieg zu erklären. General Żeligowski eroberte die Stadt ohne Widerstand und Polen gründete die kurzlebige Republik Zentral Litauen. 1922 wurden Wahlen abgehalten, die für einen Anschluss an Polen stimmten. Im September 1939 eroberte die Sowjetunion das Gebiet und gliederte es dem litauischen Staat an. Ein Jahr später gliederte die Sowjetunion Litauen in die Sowjetunion ein, womit das Gebiete wieder zum Hoheitsgebiet der Sowjetunion wurde. 1941 eroberte das Deutsche Reich das Gebiet im Rahmen des Angriffs auf die Sowjetunion. Nach dem Krieg fiel das Gebiet wieder der Sowjetunion zu. Seit dem Ende des Kommunismus gehört das Gebiet zum unabhängigen Litauen.
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Jacou

Jacou (okzitanisch: Jacon) ist eine französische Gemeinde mit 6121 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2013) im Département Hérault in der Region Languedoc-Roussillon. Sie gehört zum Arrondissement Montpellier und ist Teil des Kantons Castries. Die Einwohner werden Jacoumards genannt.

Jacou liegt etwa fünf Kilometer nordnordöstlich von Montpellier. Umgeben wird Jacou von den Nachbargemeinden Teyran im Norden, Le Crès im Osten, Castelnau-le-Lez im Süden und Clapiers im Westen.
860 wird der Ort erstmals urkundlich als Jocon erwähnt. 1144 wird die Petruskirche in der Cartulaire de Maguelone verzeichnet.
Mit der portugiesischen Gemeinde Sernancelhe besteht eine Partnerschaft.
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D-Brane

In Stringtheorien sind D-Branen (engl. D-branes [diːˈbɹeɪns]) eine spezielle Klasse von p-Branen, an welchen die Enden offener Strings ansetzen. Das Konzept stammt von Joseph Polchinski (1989).

D-Branen (oder Dp-Branen) sind p-dimensionale Objekte, an die offene Strings koppeln, welche in p+1 Dimensionen Neumann-Randbedingungen (d. h. die Ableitung verschwindet an den Endpunkten) und in den 9-p anderen Dimensionen Dirichlet-Randbedingungen (d. h. das Feld verschwindet an den Endpunkten) genügen. Die Dimensionszahl p gibt dabei die Anzahl der räumlichen Dimensionen an, jede D-Brane besitzt zusätzlich noch eine Ausdehnung in zeitlicher Richtung.
Man kann D-Branen auch als Spezialfälle bestimmter klassischer Konfigurationen („Solitonen“) interpretieren. Sie können unendlich ausgedehnt sein, aber auch ein endliches und sogar verschwindendes Volumen haben.
D-Branen sind BPS-Zustände, d. h. sie verschwinden bei Anwendung der Hälfte der Supersymmetrie-Operatoren.
D-Branen stellt man sich als niederdimensionale, dynamische Objekte vor, eingebettet in einen Bulk, d.h. in eine höherdimensionale Raumzeit bzw. in einen Hyperraum. Sie sind Bestandteil der Stringtheorie (siehe auch M-branes in M-Theorie). Da diese einen 10+1-dimensionalen Raum beschreibt, stellt sich die Frage, warum wir nur 3+1 Dimensionen (mit Zeit) wahrnehmen können. Als Erklärung bieten sich ebendiese Branen an.
Nach der Stringtheorie gibt es eindimensionale Strings, deren Enden offen liegen, sowie geschlossene, ringförmige Strings. Strings mit offenen Enden streben danach, sich an eine Bran zu „heften“; sie können dann nicht mehr beliebig die Dimensionen wechseln, sondern sind auf ihrer Bran „gefangen“. Auch Wechselwirkungen mit Teilchen im Bulk finden dann nur stark eingeschränkt statt. Wenn das uns bekannte Universum aus solchen Teilchen besteht, die in einer Bran gefangen sind, können auch die Menschen dieses Universum nicht verlassen und sind auf den niederdimensionalen Raum beschränkt. Diese Eigenschaften führen zu der Vorstellung, unser Universum könnte aus einer oder mehreren D3-Branen bestehen (entsprechend „unseren“ wahrnehmbaren drei Raumdimensionen). Die gebundenen Strings bilden demnach fast alle Elementarteilchen, z. B. Photonen, Elektronen, Quarks.
Ringförmige Strings dagegen sind nicht an eine Bran gebunden, sondern existieren im Bulk. Sie wechselwirken nur eingeschränkt mit den Teilchen in der Bran, stattdessen verteilt sich ihre Kraft auf mehrere Dimensionen. Heute gilt etwa das Graviton, das Eichboson der Gravitation, als Kandidat für ein solches Teilchen. Dies würde erklären, warum die Große vereinheitlichte Theorie bisher nur drei der vier physikalischen Grundkräfte einschließt und warum die Gravitation im Verhältnis zu den anderen Grundkräften so schwach ist. Gleichzeitig bietet sich somit eine elegante Lösung bezüglich der dunklen Energie und der dunklen Materie an. Aufgrund der Möglichkeit des Gravitons, sich zwischen den Branen zu bewegen und somit mit verschiedenen Branen wechselzuwirken, könnte ein anderes Universum mit dem unseren gravitativ in Wechselwirkung treten, was wir als dunkle Energie bzw. dunkle Materie auffassen würden. Andererseits würde es aber auch Abweichungen vom derzeitigen Gravitationsgesetz bedeuten.
Durch Quanteneffekte und gravitative Wechselwirkungen können D-Branen deformiert und zu Schwingungen angeregt werden. Eine befriedigende mathematische Behandlung dieses Phänomens existiert noch nicht. Es gibt Hinweise darauf, dass D-Branen instabil werden können und zerfallen. Ebenso sind einige stark deformierte (z. B. sphärische) D-Branen bekannt, die in gekrümmten Räumen auftreten können. Die Klassifizierung aller möglichen D-Branen ist ein offenes Problem von großer Bedeutung für das Verständnis der Stringtheorie, insbesondere ihrer Vakuum-Struktur.
Andere Überlegungen führen dazu, dass mehrere dieser Branen existieren und Paralleluniversen darstellen. Da sich Branen selbst beliebig im Raum bewegen können, könnten zwei Branen kollidieren. Dabei würde so viel Energie frei, wie sie nur beim Urknall vorstellbar ist. Hieraus leitet sich das ekpyrotische Universum ab, also die Vorstellung, dass auch unser Universum durch solch eine Kollision entstand.

Bochumer Hütte

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Die Bochumer Hütte (1432 m ü. A.), auch Kelchalm beziehungsweise Kelchalpe genannt, ist eine Alpenvereinshütte des Deutschen Alpenvereines e. V., Sektion Bochum, in den Kitzbüheler Alpen, Tirol, Österreich. Die Hütte ist heute ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und verfügt auch über Schlafmöglichkeiten.

Die Hütte wurde im Jahr 1832 als Unterkunft für die Knappen des Kupferbergbaus errichtet. Nach der Einstellung des Bergbaus 1926 mietete die Alpenvereinssektion Kitzbühel das Haus an und weihte es 1928 als Alpenvereinshütte ein. 1939 wurde die Vereinshütte von der Sektion Magdeburg des Deutschen Alpenvereins erworben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Sektion Magdeburg enteignet und die Verwaltung der Hütte übernahm die Sektion Kitzbühel. Am 30. März 1964 übernahm die Sektion Bochum die Alpenvereinshütte und die Kelchalm bekam den Namen „Bochumer Hütte“.
Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte der Prähistoriker Matthäus Much Spuren eines bronzezeitlichen Kupferbergbaus im Bereich der Kelchalpe. Bei nachfolgenden Grabungen in den 1930er bis 1950er Jahren wurden weitere Funde sichergestellt, die im Stadtmuseum von Kitzbühel ausgestellt sind.
Von der Bochumer Hütte sind Übergänge zur Hochwildalmhütte (4 Stunden) und weiter zum Wildseeloderhaus (8 Stunden) sowie zur Bürglhütte (4 Stunden) und zur Erich-Sulke-Hütte (5,5 Stunden) möglich.