Wunderbares Leben

Wunderbares Leben ist ein US-amerikanischer Stummfilm, der am 2. Februar 1914 Premiere feierte. Der Originaltitel lautet Making a Living, aber er erschien auch unter Doing His Best, A Busted Johnny oder Take My Picture in den Kinos. Es handelt sich um Charles Chaplins Filmdebüt, in dem er mit großem Schnurrbart, Spazierstock und Zylinderhut zu sehen ist. Die Rolle des Tramps wird erst im Folgefilm Kid Auto Races at Venice geschaffen.
Der Schwindler Chaplin versucht, von einem Passanten, gespielt von Regisseur Henry Lehrman, Geld zu ergaunern. Wenig später hält Chaplin um die Hand einer jungen Dame an. Dabei wird er von Lehrman überrascht und es kommt zu einer Schlägerei, aus der Chaplin als Sieger hervorgeht.
Als Chaplin sich um die Stelle eines Zeitungsreporters bewirbt, begegnet er erneut seinem Gegner, der für die Redaktion als Reporter tätig ist. Lehrmann filmt zwar einen spektakulären Autounfall, aber Chaplin stiehlt ihm die Kamera. Das Fotomaterial macht ihn zum Starreporter, aber bald kommt es zu einer wilden Schlägerei zwischen Chaplin und Lehrmann.

Bulgari

Aktiengesellschaft
Bulgari (italienische Aussprache: [ˈbulɡari]) bzw. die Bulgari S.p.A. aus Rom ist ein mit einem internationalen Filialnetz im Luxusgütersektor (Schmuck, Uhren, Parfüm, Lederwaren und Hotelgewerbe) weltweit tätiges Unternehmen.
Das 1884 gegründete ehemalige Familienunternehmen ist – nach Cartier (Richemont) und Tiffany & Co. – der drittgrößte Schmuckhersteller der Welt (Stand 2010) und gehört seit 2011 zum Konzern Moët Hennessy Louis Vuitton.

Gemäß dem klassischen lateinischen Alphabet (wo V = U) wird der Name der Marke im Allgemeinen BVLGARI geschrieben. Er stammt vom Familiennamen des Unternehmensgründers Sotirios Voulgaris (1857–1932) ab. Der Silberschmied Sotirios Voulgaris (griechisch: Σωτήριος Βούλγαρης, griechische Aussprache: [soˈtirjos ˈvulɣaris]) führte in Italien den Namen Sotirio Bulgari.
Sotirios Voulgaris war ein Goldschmied, der aus dem griechischen Paramythia stammte, einem in der Region Epirus gelegenen Dorf, in dem Voulgaris sein erstes, heute noch sichtbares Geschäft eröffnete. 1877 ging er nach Korfu, später nach Neapel. 1881 kam er nach Rom und eröffnete mehrere Goldschmuck- und Antiquitätengeschäfte, darunter eines im Jahr 1884 im Viertel Via Sistina.
1905 wird das Geschäft in Via Sistina vom aktuellen Flaggschiff Geschäft in der Via Condotti 10 abgelöst, das mittlerweile unter Denkmalschutz steht. Bei der Gründung wurde Sotirios Voulgaris von seinen beiden Söhnen Costantino (1889–1973) und Giorgio (1890–1966) unterstützt. In dieser Zeit hieß der Laden „Old Curiosity Shop“ und wendete sich an Kunden aus den Vereinigten Staaten und Großbritannien.
Erst nach 1910 spezialisierte sich Voulgaris auf Schmuck und ließ sich bei seinen Kreationen von der Pariser und der amerikanischen Schule inspirieren.
1932 übernahmen seine Söhne die Unternehmensleitung. Sotirios Voulgaris verstarb im Jahr 1934. Noch in demselben Jahr bauten seine Söhne das Geschäft in Via Condotti aus. Die Einweihungsfeier fand am 9. April 1934 statt.
Im Zuge der Gründung der Cinecitta-Studios in Rom erfreute sich das Geschäft in Rom einer immer größeren Kundschaft aus der Filmszene: Elizabeth Taylor, Marlene Dietrich, Clark Gable, Gary Cooper, Audrey Hepburn, Sophia Loren, Romy Schneider und Gina Lollobrigida.
In den 1970er-Jahren eröffnete Bulgari die ersten Geschäfte in New York, Paris, Genf und Monte Carlo. Seinen Showroom im New Yorker Hotel Pierre behielt das Unternehmen mehrere Jahre lang.
1984 wurden Paolo und Nicola Bulgari, die Enkel von Sotirio, zum Präsidenten und Vizepräsidenten des Unternehmens und Voulgaris Neffe Francesco Trapani zum Geschäftsführer ernannt. Ab dem Beginn der 1990er-Jahre diversifizierte Trapani das Unternehmen, indem er eine Bulgari-Parfumreihe herausbrachte. Unter Trapanis Führung setzte sich Bulgari als weltweit anerkannte Luxusmarke durch.
Zu Beginn des Jahres 2001 gründete Bulgari mit der Luxusabteilung von Marriott International ein gemeinsames Unternehmen, das auch das Unternehmen Ritz-Carlton Hotel L.L.C. verwaltet. Ziel dabei war die Einführung einer neuen Luxushotelmarke, nämlich Bulgari Hotels & Resorts. Das erste Bulgari-Hotel eröffnete 2004 in Mailand, 2006 wurde in Bali eine Niederlassung gegründet, 2012 folgte ein weiteres Hotel in London. Im Jahr 2011 wurde das Bulgari Bali von den Lesern des Magazins Smart Travel Asia zum zweitbesten Hotel in Asien gewählt.
1995 ging das Unternehmen an die italienische Börse. Von 1997 bis 2003 stieg der Umsatz um 150 %.
Am 7. März 2011 verkündete die LVMH-Gruppe, 51 % des Kapitals von Bulgari erworben zu haben und eine freundliche Übernahme zu planen. An diesem Tag stieg die Aktie an der Mailänder Börse um knapp 60 %. Im September desselben Jahres stieg die LVMH-Aktie schließlich um 98,09 %. Im Februar 2012 verkaufte die Familie Bulgari die LVMH-Anteile für 236,7 Millionen Euro.
Der ehemalige Geschäftsführer von Bulgari wechselte in den Bereich „Uhren und Schmuck“ der Gruppe, der ehemalige Geschäftsführer des aus dem Bereich „Mode und Lederwaren“ entstandenen Unternehmens Fendi übernahm die Leitung des italienischen Schmuckunternehmens.
LVMH hielt schließlich einen Anteil von insgesamt 3,7 Milliarden Euro und unterstützte die Entwicklung der Marke: Es wurde mehr in Werbung investiert, ein Zentraleinkauf für sämtliche Schmuckmarken der Gruppe gegründet und die Absicht verkündet, die italienische Marke bis 2015 am Place Vendôme einzuführen und dort das Schmuckunternehmen Buccellati zu ersetzen.
2012 zählte Bulgari 180 weltweit eigene Verkaufsstellen: Die internationale Entwicklung sowie die Anzahl der Franchisenehmer der Marke schreitet weiterhin schnell voran.
Der zu Beginn der 1920er- und 1930er-Jahre entworfene Schmuck standen in der Tradition des Art Déco – schlichte Formen und geometrischer Stil, stets in Verbindung mit der Verwendung von Platin. Die 1930er-Jahre waren von imposanteren Kreationen mit Diamantmustern in verschiedenen Größen und Kombinationen mit Edelsteinen geprägt: Saphir, Smaragd, Rubin. Manche Schmuckstücke waren „wandelbar“ und konnten als Halskette oder als Armband getragen werden. Auf dieselbe Art konnten Broschen in Anhänger verwandelt werden.
Wegen der Knappheit im Zweiten Weltkrieg musste das Haus Bulgari das mit Diamanten besetzte Platin durch Gold ersetzen und die Anzahl der Edelsteine reduzieren. Das Design wurde zarter und war von der Natur inspiriert. Damit entfernte sich Bulgari von den strengen Regeln der französischen Schule und schuf einen einzigartigen, vom griechisch-römischen Klassizismus, der italienischen Renaissance und der römischen Goldschmiedeschule des 19. Jh. inspirierten Stil.
Während des Wirtschaftsbooms der Nachkriegsjahre konnte wieder zu mit Edelsteinen und insbesondere mit Diamanten bestückten Kreationen in Weißmetall zurückgekehrt werden. Am Ende der 1950er-Jahre zog Bulgari zartere Formen einem kantigen Design vor. Ferner wurden häufig große Cabochons verwendet, die sich zum Markenzeichen des Unternehmens entwickelten. Zum Bulgari-Stil gehören auch die Formen mit strukturiert, symmetrisch und kompakt angeordnetem Gold sowie die Farbspiele der zahlreichen Edelsteinkombinationen.
Die Kreationen der 1970er-Jahre stechen durch ihre Vielfalt hervor. Sie sind von Feuerwerken und orientalischer Kunst inspiriert. Insbesondere wurden Schlangen- oder auch Pop-Art-Motive verwendet, wie zum Beispiel in der von Andy Warhol gewürdigten Kollektion „Stars and Stripes“. In dieser Zeit gehörte Gelbgold zum bevorzugten Material, und ovale, mit Cabochons besetzte und in Gold und Diamanten eingefasste Elemente wurden wie die mächtige Goldkette zum Markenzeichen von Bulgari.
Die 1980er-Jahre waren von Volumina, lebhaften Farben, einfachen Formen und stilisierten Verzierungsmotiven geprägt. Gelbgold wurde auch in den 1990er-Jahren noch verwendet, der Bulgari-Stil wurde aber weniger strukturiert.
Für die Fertigung der Bulgari-Uhren ist die Schweizer Unternehmensniederlassung Bulgari Haute Horlogerie SA zuständig. Sie wurde 1980 gegründet und hat ihren Sitz in Neuenburg. Bulgari Haute Horlogerie SA beschäftigt knapp 500 Mitarbeiter. Bulgari entwickelt seine eigenen Kaliber und Teile, wobei komplexeste Werke mit klassischen Kalibern kombiniert werden. Die Bulgari-Uhrenkollektion umfasst folgende Produktreihen: Bulgari-Bulgari, Sotirio-Bulgari, Assioma, Astrale, Serpenti, B.Zero1, Daniel Roth, Rettangolo, Ergon, Diagono und Octo.
Bulgari stützt sich auf ein Distributionsnetz mit knapp 300 an den berühmtesten Handelsplätzen gelegenen Läden. Der größte Bulgari-Laden der Welt ist in Tokio in den „Bulgari Ginza Towers“: 940 Quadratmeter Verkaufsfläche inklusive Restaurant und Bar.
Die nordamerikanischen Bulgari-Läden sowie die Händler befinden sich in Atlanta, Beverly Hills, Bal Harbour, Boca Raton, Bethesda – (Chevy Chase), Chicago, Costa Mesa, Dallas, Honolulu, Houston, New York, Las Vegas, Los Angeles, Mexico City, Montreal, Palm Beach, San Francisco, Short Hills, Waikiki, und Scottsdale, Arizona.
In Südamerika gibt es Bulgari-Läden und -Händler in Lima, Bogotá, São Paulo, Margarita Island und Quito.
Von 2009 bis 2011 spendete Bulgari 12 Millionen Euro an den Verein Save The Children. Diese Partnerschaft wurde Ende 2011 verlängert. Bisher konnte mit diesen Spenden 334.101 Kindern geholfen werden. 9.899 Lehrer wurden ausgebildet, und in 206 Schulen wurden Rehabilitierungsmaßnahmen durchgeführt.
Bulgari gestaltete für General Motors bzw. deren Luxusmarke Cadillac Ausstattungsmerkmale am Modell XLR (2004–2009): den Keyless Go-Funkschlüssel und ebenso das Armaturenbrett mit Echtholzapplikationen aus Eukalyptusholz (Ebenholz beim XLR-V).

Carl Karwinsky

Carl Freiherr von Karwinsky, ab 1918 Carl Karwinsky (* 17. September 1888 in Innsbruck; † 10. April 1958 in Schruns) war k.u.k. Offizier und österreichischer Politiker.
Karwinsky entstammte einer altösterreichischen Adelsfamilie. Sein Vater war Generalmajor Gustav von Karwinski, seine Mutter war Eugenie, geborene Freiin von Lichtenthurn. Er war verheiratet mit Elisabeth, geborene Gerngross; aus der Ehe stammte der Sohn Nikolaus. Karwinsky verbrachte seine Gymnasialzeit am Theresianum und seine Studienzeit an der Universität Wien, wo er als Jurist promovierte. Während des Ersten Weltkrieges war Karwinsky Husarenoffizier und musterte als Oberleutnant des K.u.k. Husaren-Regiment „Wilhelm II. König von Württemberg“ Nr. 6 ab.
In der Nachkriegszeit begann er seine Karriere als Präsidialchef beim Landeshauptmann von Niederösterreich. 1933 wurde er zum Sicherheitsdirektor für Niederösterreich und das Burgenland ernannt. Von 1933 bis 1934 war Karwinsky parteiloser Staatssekretär für das Angelegenheiten des Sicherheitswesens in der Regierung Dollfuß (bis zum 29. Juli 1934). Dabei war er im Auftrag von Engelbert Dollfuß in der Zeit nach der Parlamentskrise als Unterhändler mit den Sozialdemokraten, vor allem mit Landesrat Heinrich Schneidmadl und Karl Renner sowie dessen Entwurf für eine neue österreichische Verfassung, befasst. Diese Verhandlungen kamen aufgrund des Februaraufstandes der Sozialdemokraten zu einem abrupten Ende. Während des Juliputsches der Nationalsozialisten befand er sich im Bundeskanzleramt und erlebte mit einem weiteren Mitglied der Bundesregierung, Minister Emil Fey, die Ermordung von Bundeskanzler Dollfuß. Vom 29. Juli 1934 bis zum 17. Oktober 1935 war Karwinsky Staatssekretär für Justiz in der Regierung Schuschnigg. Nach 1935 wurde er Präsident des Bundesamtes für Statistik. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurde er verhaftet und in das KZ Dachau beziehungsweise später in das KZ Mauthausen verbracht.
Nach dem Zweiten Weltkrieg fungierte er als Berater der amerikanischen Militärregierung in Salzburg. Karwinsky war in den 1950er Jahren Initiator und Mitglied des Forschungsinstituts für Fragen des Donauraumes in Salzburg, das von Theodor Hornbostel gegründet wurde. Das Forschungsinstitut für Fragen des Donauraumes hatte sich weniger Aufgaben der Forschung zum Ziel gesetzt, sondern es war eine Vereinigung sogenannter Legitimisten (Monarchisten), die nach 1945 Hoffnungen in eine habsburgisch regierte Föderation, bestehend aus Bayern, Österreich und Ungarn, setzten. Die heutige Nachfolgeinstitution ist das Institut für den Donauraum und Mitteleuropa, dessen Vorsitzender Erhard Busek ist.

Konrad Hentschel

Julius Konrad Hentschel (* 3. Juni 1872 in Cölln; † 9. Juli 1907 in Meißen) war einer der bedeutendsten Porzellanmodelleure des Meißener Jugendstils.
Als Sohn des an der Entwicklung der Pâte sur Pâte-Technik in der Manufaktur maßgeblich beteiligten Julius Konrad und als jüngerer Bruder des Porzellanmalers Hans Rudolph Hentschel besuchte er 1889 die Meißener Zeichenschule. Nach einem anschließenden Jahr als Bossierlehrling absolvierte er 1891 ein zweijähriges Studium an der Kunstakademie in München. 1894 kehrte er dann an die Meißener Manufaktur zurück, wo er für zwei Jahre als Bossierer tätig war. Als die Administration 1896 einen Wettbewerb zur Schaffung eines zeitgemäßen und billigen Déjeuners ausschrieb, entwarf der damals 24-Jährige mit seinem sogenannten „Krokus-Dejeuner“ das erste bedeutende Geschirrensemble des Jugendstils, welches auf der Pariser Weltausstellung im Jahr 1900 große Beachtung und auch Käufer fand. Noch im selben Jahr unternahm er eine Italienreise. Seine heutige Bekanntheit verdankt er vor allem den Arbeiten, die im Zuge seiner Tätigkeit als Modelleur der Meißener Porzellanmanufaktur ab dem 1. Juni 1897 entstanden. Neben anderen figürlichen Darstellungen erlangten besonders die nach ihm benannten Hentschel-Kinder, eine Serie von zwölf spielenden Kindern, nicht nur bei Sammlern einige Popularität. Abgesehen von einer zweijährigen Lehrtätigkeit an der Dresdener Kunstakademie (1899–1901) blieb er der Meißener Manufaktur bis zu seinem frühen Tod im Jahr 1907 als Modelleur erhalten.

Swiss Satellite Radio

Swiss Satellite Radio ist ein Schweizer Hörfunkanbieter und ein Tochterunternehmen des öffentlich-rechtlichen Medienunternehmens SRG SSR. Swiss Satellite Radio sendet drei Radioprogramme, deren Namen sich entsprechend der Musikart unterscheiden: Radio Swiss Pop, Radio Swiss Classic und Radio Swiss Jazz. Es wurde 1998 gegründet und wird täglich von durchschnittlich 597’000 Hörern gehört. Produktionsleiterin ist Shenja Erismann.
SRF 1TV,hd • SRF zweiTV,hd • SRF infoTV • Radio SRF 1 • Radio SRF 2 Kultur • Radio SRF 3 • Radio SRF 4 News • Radio SRF Virus • Radio SRF Musikwelle
RTS UnTV,hd • RTS DeuxTV,hd • RTS InfoTV • La Première • Espace 2 • Couleur 3 • Option Musique
RSI LA 1TV,hd • RSI LA 2TV,hd • Rete Uno • Rete Due • Rete Tre
Televisiun Rumantscha • Radio Rumantsch
Radio Swiss Pop • Radio Swiss Classic • Radio Swiss Jazz
euronewsTV • 3satTV,hd • TV5 MondeTV
swissinfo • World Radio Switzerland • tvsvizzera.it
HD suisseTV • Radio Basel • Radio Beromünster • Radio Bern • Radio Lausanne • Radio Genève • Radio Zürich • Telefonrundspruch • Schweizer Radio International • Schweiz 4

Bischof-Benno-Haus

Das Bischof-Benno-Haus, sorbisch Dom biskopa Bena, ist eine aus dem ehemaligen Gut Schmochtitz hervorgegangene Anlage des Bistums Dresden-Meißen, die vornehmlich als katholische Bildungs- und Tagungseinrichtung bzw. als Veranstaltungsort und Herberge genutzt wird.

Das Bischof-Benno-Haus liegt innerhalb des ehemaligen Ritterguts im Bautzener Ortsteil Schmochtitz, etwa 6 km nordwestlich von Bautzen.
Das heutige Bischof-Benno-Haus, zunächst Mitte der 1980er Jahre als Erholungsheim für Eltern und Kinder mit Behinderung gedacht, wurde in den 1990er Jahren (1. Oktober 1990) an Stelle der Ruine eines ehemaligen Herrenhauses aus dem Jahr 1770 errichtet. 1992 fand dessen Einweihung statt. Namenspatron der Anlage ist Bischof Benno von Meißen.
Nach Vorbild des historischen Ensembles errichtet, fußt die Anlage auf einer mittelalterlichen Wehranlage, deren Standort unter dem heutigen Haupthaus bzw. in dem ehemaligen Obstgarten der heutigen Parkanlage, die südwestlich des Haupthauses in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts angelegt wurde, vermutet wird. Möglicherweise befand sich an dieser Stelle in Schmochtitz eine Zollstation der Via Regia, ein Fund mittelalterlich geprägter Münzen lässt darauf schließen.
Zunächst waren seit dem 14. Jahrhundert versippte Familien aus dem Oberlausitzer Adel als Eigentümer des Gutsdorfes Schmochtitz verzeichnet, darunter die Familie von Schreibersdorf und die Herren von Pannewitz. Das Rittergut wurde erstmals 1568 erwähnt. Im 17. Jahrhundert waren Familienangehörige der von Pentzig (Wiegandt Adolf von Pentzig), im 18. Jahrhundert die von Warnsdorf Besitzer, bevor 1753 Anton Christian von Kleist, das kriegsbeschädigte Rittergut an Matthias Joachim Ernst Manteuffel-Kiełpiński verkaufte, der es bereits zehn Jahre später an Peter August von Schönberg veräußerte.
Schönberg ließ unter zur Hilfenahme des Baukondukteurs Matthäus Daniel Pöppelmann der Jüngere, Anlage und Park großzügig im Stil des Rokokos umgestalten. Durch Einheirat gelangte die Familie von Kielmannsegge 1802 in den Besitz der Gutsanlage, die 1812, ein Jahr vor der Schlacht bei Bautzen, beschädigt wurde, während der Schlacht jedoch als Lazarett genutzt, und 1813 durch französische Truppen, die gegnerische Waffen und Uniformen dort fanden, zerstört wurde. Park und Schloss wurden anschließend wieder aufgebaut, bevor 1821 der Verkauf durch Auguste Charlotte von Kielmannsegge an Johann Sigismund Graf Riesch auf Neschwitz erfolgte, der die Parkanlage im englischen Stil umgestalten ließ. 1892 war der Zwickauer Fabrikant Wilhelm Otto Thost Eigentümer der Anlage, der weitere Umbaumaßnahmen an den Wirtschaftsgebäuden ausführen ließ und wesentliche Barock- bzw. Rokokoelemente der Parkanlage zeitgenössisch als Landschaftspark umgestaltete. So wurden beispielsweise die Wasseranlagen um den Ringgraben im nördlichen Parkteil erweitert, das vorhandene Kanalsystem und zahlreiche Denkmäler akzentuiert bzw. ergänzt (für die Gefallenen im Ersten Weltkrieg).
Im Jahr 1921 erwarb das Bistum Meißen unter dem Bischof Christian Schreiber die Anlage, in der zwischen den Jahren 1927 und 1945 Priesteranwärter ihre Ausbildung erhielten. Nach dem Krieg blieben die Ländereien des Guts als Kirchengut erhalten, der etwa 100 ha große Besitz blieb als einziger von der Bodenreform im Kreis Bautzen verschont. Das ehemalige Rittergut wurde durch Bombenangriffe am 6. Mai 1945 nahezu vollständig zerstört. Einzig die Kapelle blieb von den Zerstörungen verschont, die im Zuge des Wiederaufbaus saniert wurde. Das Kirchengut wurde 1953 Teil der sogenannten Kircheneigenen Land- und Forstwirtschaft im Bistum Meißen.
Noch heute ist an der Anlage, bestehend aus Haupt- oder Herrenhaus, Kapelle, Orangerie, Nebengebäude (teilweise von 1893) und Park, wesentlich die Formsprache des Barocks aus der Zeit der Familie von Schönberg erkennbar. Das schlicht gehaltene Herrenhaus steht dabei im Mittelpunkt der Gesamtanlage. Daran umfassend die Landschafts- und Gartengestaltung, die durch Alleen bestimmt ist und sich in einen nordöstlichen und südwestlichen Teil gliedert.
Das Haupthaus, ein Putzbau mit Walmdächern und Fledermausgauben, wird mittels ausgedehnter zweizügiger Freitreppe mit vorgelagerter Brunnenanlage begangen, seitlich schließen jeweils zurückgesetzte Seitentrakte an. Die neuzeitliche Kapelle wurde vom Kirchenraumgestalter Friedrich Press ausgestaltet und besitzt als Christusfigur eine Plastik von Klaus-Michael Stephan. Den südöstlichen Seitenflügel, der mit einem Torbogen abschließt, krönt das Wappen der Familie von Schönberg und ein Allianzwappen der Reichsgräfin Auguste Charlotte von Kielmannsegge, verwitwete Lynar, geborene Schönberg. An der neuzeitlichen Kapelle, senkrecht zur Durchfahrt auf rechteckigem Grundriss als eingeschossiger Anbau mit Walmdach und Korbbogen- bzw. Rundfenstern errichtet, befindet sich das Wappen des Bistums Dresden-Meißen mit Signum des Bischofs Schreiber.
Haupthaus (Bischof Benno Haus)
Ehemalige Wirtschaftsgebäude (Nebengebäude)
Neuzeitliche Kapelle mit Tordurchfahrt
Bistumswappen mit Signum Bischof Schreiber
Wappen der Schönberg, Allianzwappen Kielmannsegge: bekrönt von einer Grafenkrone
Verbindung zwischen südlicher Freianlage und Haupthaus ist eine Lindenallee, flankiert von ehemaligen Wirtschaftsgebäuden, die an einer Sandsteinpalme endet, welche an den Besuch des Kurfürsten Friedrich August III. mit folgender Inschrift erinnern soll:
„Dem danckbaren Andencken der Begegenwart des helsten Fürsten Friedrich August mit welcher Er von der liebsten Gemahlin begleitet am Tage der Buditzener Huldigung Schmochtitz begnadigte wiedmete dieses Denckmal Peter August von Schoenberg.“
Eine Knabenfigur mit Medaillon zeigt dort mit reitendem Kurfürsten – ′ADVENTUS OPTIMI PRINCIPIS′ – die Jahreszahl 1769. Die Allee überquert ein Wassergraben mit zwei Bogenbrücken. Weitere Bestandteile der Anlage sind ein Teich, Wasserrondell in der Allee, die Insel mit Gefallenen Denkmal und ein weiterer Gedenkstein am Ende des Parks.
Südliche Allee in Richtung Park
Palme am Ende des südlichen Parks
Sockel Sandsteinpalme, Inschrift
Nördlich des Haupthauses bzw. ehemaligen Schlosses befindet sich ein Gartenpavillon; eine Hommage an den ehemaligen Sonnentempel. Im Zuge des Wiederaufbaus des Haupthauses wurden Grünflächen mit zentraler Brunnenanlage im Barockstil neu angelegt. Eine Sphinx (gestaltet durch Schüler des Balthasar Permoser) soll an den Sieg Napoleons an den ägyptischen Pyramiden erinnern.
Hommage an den ehemaligen Sonnentempel am Ende des nördlichen Parks (vermutlich durch Wilhelm Otto Thost)
Steinerne Sphinx, gestiftet durch die Gräfin Kielmannsegge
Haupthaus, Rückseite mit nördlichem Park
Neuzeitlicher Brunnen im Barockstil
Teilansicht nördlicher Park mit Parkmauer

Santa Maria Assunta (Pienza)

Santa Maria Assunta ist eine Konkathedrale in der toskanischen Stadt Pienza aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Wegen der Vermischung von Elementen der Renaissance und gotischer Bauelemente gilt sie als etwas eigenartig.

Die Kirche liegt an der zentralen Piazza Pio II der Altstadt von Pienza zwischen dem Palazzo Vescovile, also dem Bischofspalast, auf der linken Seite und dem Palazzo Piccolomini rechterhand. Die Gruppe der drei Bauten nimmt Bezug aufeinander, wobei die Domfassade beherrschend wirkt und insgesamt als edel gilt .
Der Dom gehört zu einer Reihe von Bauten, mit denen Papst Pius II., bis zur Wahl Enea Silvio Piccolomini, seine Geburtsstadt, das damalige Corsignano, in eine Idealstadt der Renaissance umbauen lassen wollte. Ausführender Baumeister war der florentinische Architekt Bernardo Rossellino, der Dom entstand – wie die anderen Bauten der Gruppe – von 1459 bis 1462. Da auf der Südseite des Platzes, dort, wo der Dom gebaut wurde, nicht genügend natürlicher Baugrund zur Verfügung stand, wurden, um den Chor mauern zu können, Substruktionen errichtet, was sich nachträglich als zum Schaden der Kirche herausstellte. Eine Besonderheit war, dass der Papst Rossellino ausdrücklich mit dem Bau einer Hallenkirche beauftragte. Diesen Bautyp dürfte Piccolomini während seiner Zeit als Sekretär Friedrich III. kennengelernt haben, möglicherweise in Oberbayern. Nach Fertigstellung 1462, am 29. August, wurde der Bau geweiht und zum Bischofssitz erhoben. Die Fertigstellung der Innenausstattung zog sich bis 1464 hin.
Die Fassade ist dreiachsig und zweigeschossig ausgeführt, Hauptgliederungselement sind die vier Kolossalpilaster grundlegend toskanischer Ordnung. Die Fassade gibt die innere Struktur des Baues insoweit wieder, als die Blendbogenarkaden zwischen den Pilastern in der gleichen Höhe abschließen. Die das Portal und die beiden anderen seitlichen Zugänge, sie entstammen mit den sie überwölbenden Segmentbögen Vorbildern ländlicher toskanischer Architektur, rahmenden Säulen folgen im Untergeschoss der Ionischen Ordnung, diejenigen des Obergeschosses der Korinthischen Ordnung. Die Stellung von Säulen in eine Fassade übernahm Rossellino von seinem Lehrer in der Architektur, Leon Battista Alberti. Als Beispiele für von Alberti erbaute Vorgänger werden Santa Maria Novella in Florenz und der Tempio Malatestiano in Rimini genannt. In den Seitenachsen sind Ädikulanischen eingefügt, ein Element florentinischer Protorenaissance. In den die Fassade abschließenden Dreiecksgiebel laufen die inneren Pilaster durch, im Mittelteil des Giebels ist das päpstliche Wappen Piccolominis eingefügt.
Die Kirche ist der Grundstruktur nach eine Hallenkirche, verfügt also über drei Kirchenschiffe mit gleich hohen Gewölben, das gleiche trifft für das Querhaus zu. Der Raum ist an sich eine Konstruktion der Renaissance, enthält aber dennoch eine Reihe von gotischen Bauelementen, so dass der Raumeindruck gelegentlich an englische Kathedralgotik zu erinnern vermag. Die die Arkaden- und Gurtbögen stützenden Bündelpfeiler tragen eigenartige, nicht der gotischen Baukunst entstammende Kapitelle. Wie wenig Rossellino mit den komplizierten Regeln gotischen Bauens vertraut war, er selbst hat nie ein gotisches Bauwerk gesehen, zeigen auch die länglichen Kämpfer unterhalb der – in den Seitenschiffen – an sich gotischen Kreuzgratgewölben. Eine vergleichbare Kämpferstellung findet sich nur noch im Querhaus des Doms von Siena.
Das fünfjochige Mittelschiff der Kirche läuft in der Chorkapelle aus, die beiden seitlichen Nebenchorkapellen sind, abermals gotischen Vorbildern folgend, um 45 Grad zu dieser versetzt. Die erwähnten Substruktionen waren insoweit schädlich, als sie sich im Verlauf der Jahrhunderte setzten. Daher sind die Pfeiler des Chores im Vergleich zu denen des Mittelschiffes um einige Grad hangabwärts nach Süden geneigt und mussten verstärkt werden. Ebenfalls gotischen Vorbildern folgen die Spitzbogenfenster mit ihrem Maßwerk.
An der Ausstattung zeigen sich die Unterschiede zwischen den einzelnen Künstlerschulen der Zeit. Während Pius II. für die Bildhauerei Rossellinos Werkstatt bevorzugte, gingen die Aufträge für die Bilder der Altarretabel an sienesische Künstler. So verfügt die Kirche über eine Anzahl an Altargemälden bedeutender Künstler des Quattrocento, so von Vecchietta, Sano di Pietro, Matteo di Giovanni, Giovanni di Paolo und Stefano di Giovanni Sassetta. Sie arbeiteten noch im „gotischen Stil“ des Trecento.
43.07633333333311.679138888889Koordinaten: 43° 4′ 34,8″ N, 11° 40′ 44,9″ O

Gaststättenrecht

Der Begriff Gaststättenrecht leitet sich daraus ab, dass in den meisten Bundesländern der Betrieb einer Gaststätte eine besondere Erlaubnis erfordert oder durch Gesetze und Verordnungen besondere Überwachungsregeln erlassen sind. Es handelt sich also regelmäßig um zusätzliche Sondervorschriften im Rahmen des übergeordnet geltenden Gewerberechts (lex specialis).
Darüber hinaus können unter diesem Begriff alle Vorschriften auch aus weiteren Rechtsgebieten zusammengefasst werden, die der Betreiber einer Gaststätte über die allgemeinen gewerberechtlichen Regelungen hinaus für sein spezielles Gewerbe zu beachten hat. Für Beherbergungsbetriebe gilt meistens das Gaststättenrecht gleichermaßen, besonders soweit sie eigene, öffentliche Gastronomie betreiben, allerdings kann es zum Umstand der Beherbergung selbst noch spezielle Rechtsvorschriften geben. Die Summe dieser Vorschriften ließe sich unter den Begriff Gastronomierecht zusammenführen, der aber nicht gebräuchlich ist.

Im Zuge der Föderalismusreform 2006 wurde in Deutschland den Bundesländern die Gesetzgebungskompetenz für das Gaststättenrecht übertragen. Das geltende Gaststättengesetz des Bundes behält seine Gültigkeit, soweit die Länder nicht durch Erlass eigener Gaststättengesetze von ihren Kompetenzen Gebrauch machen. Bisher haben die Bundesländer Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und das Saarland eigene Gaststättengesetze als Landesrecht erlassen. Die anderen Länder haben das bisherige Gaststättengesetz des Bundes beibehalten und regeln wie bereits zuvor dessen Vollzug durch eigene Gaststättenverordnungen.
Inhaltlich ändert der Übergang vom Bundes- in das Landesrecht nichts an der grundsätzlichen Ausgestaltung. Unterschiede bestehen insbesondere in verschiedenen Regelungen des Nichtraucherschutzes, der meist in weiteren Landesgesetzen außerhalb des GaststättenG mit entsprechenden Rauchverboten geregelt wird.
Die Gaststättengesetze regeln insbesondere die Voraussetzungen für die Erteilung und den Widerruf einer Gaststättenerlaubnis (Konzession), den Umfang der Erlaubnis, die Auflagen und die Versagungsgründe. In den zugeordneten Gaststättenverordnungen ist das Erlaubnisverfahren mit den jeweiligen Anzeigepflichten und benötigten Nachweisen geregelt.
Hinweis: Der folgende Abschnitt hat nur Gültigkeit in Bundesländern, die keine landesrechtliche Regelung erlassen haben.
In Deutschland wird eine eigene Gaststättenerlaubnis über die Gewerbeanmeldung hinaus nur dann verlangt, wenn alkoholische Getränke zum Ausschank kommen sollen. Auch hier greifen teilweise Sonderregelungen. Die Erlaubnis zielt auf den Gastwirt persönlich. Soweit er sich in der Geschäftsführung vertreten lassen will, muss eine eigene Stellvertreter-Erlaubnis beantragt werden. Bei Übernahme eines bestehenden Betriebs wird meist eine vorläufige Erlaubnis (z. B. § 11 GastG) erteilt und die nachfolgende Konzessionserteilung durchläuft nicht mehr unbedingt die auch baurechtlichen Prüfungen einer Neukonzession.
Grundvoraussetzungen einer Erlaubniserteilung sind in der Regel die Vorlage eines Führungszeugnisses, eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts sowie die Ableistung einer gaststätten- und lebensmittelrechtlichen Unterweisung, welche die Industrie- und Handelskammern durchführen.
Über die allgemeine Zuverlässigkeitsanforderungen des Gewerberechts hinaus stellt das GastG noch besondere fachspezifische Anforderungen: Unzuverlässig nach § 4 GastG ist zum Beispiel, wer „dem Trunke ergeben ist“ oder befürchten lässt, „dem Alkoholmissbrauch, der Hehlerei oder dem verbotenen Glücksspiel Vorschub zu leisten“. Im Fall nachgewiesener oder zu erwartender Unzuverlässigkeit ist die Gaststättenerlaubnis zu verweigern oder auch nachträglich wieder zu entziehen.
Dieses im Gaststättenrecht explizit aufgeführte Erfordernis bedeutet für den Gastwirt eine ständige und besondere Bedrohung seiner Geschäftsgrundlage. Der Begriff der Unzuverlässigkeit ist nämlich gesetzlich nicht eindeutig geregelt. Während Steuerrückstände, Hinterziehung von Sozialversicherungsbeiträgen oder Verurteilungen wegen einschlägiger Straftaten eindeutig die Vermutung der Unzuverlässigkeit belegen, könnten im Gastgewerbe auch die Häufung einfacher, betriebsbezogener Ordnungswidrigkeiten (Lärmbelästigung, Nichtraucherschutz) oder Unaufmerksamkeit bezüglich des Alkoholmissbrauchs einzelner Gäste zur Konstruktion einer solchen Vermutung herangezogen werden.
Unabhängig davon, ob ein gastronomischer Betrieb erlaubnispflichtig ist, gelten für ihn dennoch eine Vielzahl von Vorschriften aus weiteren Rechtsgebieten, die dort geregelt sind, selbst wenn sie sich speziell auf die Gastronomie beziehen. Von der Herkunft her kann das europäische Recht (Europarecht) Rechtsfolgen ebenso auslösen wie kommunale Satzungen beispielsweise zur Abfallentsorgung. Insoweit umfasst der Begriff Gaststättenrecht ein sehr weites und unübersichtliches Feld, das sich ständig wandelt und höchstens in nicht abschließende Kategorien gruppiert werden kann. In jedem Fall empfiehlt sich im Zweifel ein Bezug zur örtlichen Gewerbeaufsichtsbehörde und IHK.
Im Lebensmittelrecht ist eine Vielzahl von Vorschriften verankert, die zunächst den Verbraucher vor Täuschung bewahren sollen. Dies betrifft besonders Form und Inhalt der Speisekarten, mit der in der das Angebot öffentlich gemacht wird. Daneben sind zur Gefahrenabwehr Regelungen über den Umgang mit Lebensmitteln und deren Verarbeitung getroffen, deren umfangreiche und jederzeitige Überwachung der Gastronom nach § 42 LFGB zu dulden hat. Diese obliegt der Lebensmittelüberwachung, ersatzweise auch der Polizei oder anderer Behörden.
Mit der Lebensmittelhygiene-Verordnung wird hier den Betrieben eine umfassende Eigenverantwortung im Rahmen des HACCP-Konzepts zugeordnet, die europaweit durch die Verordnung (EG) Nr. 178/2002 geregelt ist. Der gesamte Bereich betrieblicher Hygiene, des Lebensmittelverkehrs, der Lagerung und Verarbeitung sowie der Abfallentsorgung ist im Rahmen angemessener Eigenkontrollen dauerhaft zu überwachen und vor allem nachvollziehbar zu dokumentieren. Insbesondere ist die Rückverfolgung aller verwendeten Lebensmittel zum jeweiligen Lieferanten jederzeit zu gewährleisten.
Die Einhaltung und Dokumentation dieser Hygienestandards, die Durchführung von Personalbelehrungen sowie die korrekte Umsetzung allgemeiner gewerberechtlicher Vorschriften wird von der Gewerbeaufsicht unangemeldet kontrolliert. Sämtliche zur Nachvollziehbarkeit nötigen Geschäftsunterlagen wie Lieferscheine sowie die Dokumentation der Eigenkontrolle müssen zur jederzeitigen Einsichtnahme bereitgehalten werden. Die Häufigkeit dieser Kontrollen richtet sich in Deutschland nach der Einschätzung der Gefährdungslage, durchschnittlich finden sie einmal jährlich statt. Im Sinne eines erweiterten Verbraucherschutzes wird hier zunehmend eine Veröffentlichung solcher Kontrollergebnisse gefordert.
Das Jugendschutzgesetz regelt Abgabeverbote für Alkohol und Tabakerzeugnisse an Jugendliche. Ferner enthält es alters- und betriebsstättenbezogene Aufenthaltsverbote für verschiedene Altersgruppen, für deren Einhaltung und Überwachung der Betriebsleiter verantwortlich ist. Das Vorhandensein öffentlich zugänglicher Glücksspielautomaten kann zu weiterer Kontrollverpflichtung führen. Weiter besteht die Verpflichtung, eine aktuelle Fassung des JuSchG im Lokal auszuhängen, wobei die öffentlich und kostenlos verfügbare Textform genügt (§ 3 JuSchG).
Das Jugendarbeitsschutzgesetz enthält allgemeine Schutzvorschriften zur Beschäftigung von Jugendlichen, desgleichen das Ausbildungsrecht.
Die bauliche Beschaffenheit des Betriebs ist im Bereich der Gastronomie besonderen Vorschriften unterworfen, während die allgemeinen Anforderungen an Gewerbebetriebe weiter bestehen. Oft existieren separate Gaststättenbauverordnungen. Die Vorschriften insgesamt können sich örtlich unterscheiden, betreffen aber immer Umfang und Ausstattung bereitzustellender Toilettenanlagen, Immissionsschutzmaßnahmen (hauptsächlich Lärm, Belüftung und Dunstabzug), Feuerschutzanlagen und deren Wartung, Rettungswege und deren Instandhaltung, Bereitstellung von Parkplätzen und die Installation von Werbeanlagen. Hinzu kommt die evtl. Sondernutzung öffentlicher Flächen für die Außengastronomie.
Die grundsätzlichen Erfordernisse werden meistens bei der Neuanlage einer Gaststätte geprüft und genießen nach Genehmigung einen gewissen Bestandsschutz. Der Erhalt der erforderlichen Betriebsbereitschaft vorgeschriebener Anlagen dagegen obliegt dem Betreiber und wird regelmäßig geprüft.
Das Infektionsschutzgesetz regelt in § 42, § 43 IfSG Beschäftigungsverbote für Küchenpersonale, aber auch alle weiteren Personen, die mit „Lebensmitteln (…) in Berührung kommen“, soweit sie unter bestimmten ansteckenden Krankheiten leiden. Im Zweifel betreffen diese Vorschriften also alle Mitarbeiter, die Kundenkontakt haben. Dieser Personenkreis muss vor der Anstellung eine entsprechende Belehrung des Gesundheitsamtes oder eines befugten Arztes nachweisen können. Diese hat der Arbeitgeber jährlich zu erneuern und schriftlich zu dokumentieren. Die vor der Einführung des IfSG 2001 üblichen Gesundheitszeugnisse gelten unbeschränkt weiter (§ 77 IfSG).
Die ausländerrechtlichen Bestimmungen speziell im Arbeitsrecht werden in der Gastronomie besonders streng überwacht. Es existieren aber zahlreiche Sonderregelungen zur Arbeitserlaubnis für Saisonfachkräfte und Spezialitätenköche.
Betreffend der Wiedergabe von Musik-, Fernseh- oder Videodarbietungen sind die Bestimmungen des Urheberrechts und Rundfunkstaatsvertrags zu beachten. Besonders die GEMA und der Beitragsservice halten hier ein besonderes Augenmerk auf die Gastronomie. Eine Ton- und Bildwiedergabe im Rahmen besonderer Veranstaltungen kann auch kostenpflichtig sein, wenn sie in geschlossenen Gesellschaften erfolgt. Erstattungs- und beweispflichtig gegenüber den Verwertungsgesellschaften ist jedenfalls immer neben dem Veranstalter auch der Betreiber selbst.
Die allgemeinen Vorschriften betreffend Arbeitsschutz und Betriebsverfassung sind zu beachten, wegen der besonderen Arbeitszeitverhältnisse existieren aber diverse Ausnahmeregelungen. Die breit gefächerten, allgemeinen Aushang- und Informationsverpflichtungen gegenüber der Belegschaft führen hier aber wegen der hohen Kontrolldichte immer wieder zu Beanstandungen.
Ob der Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer wegen der hier bestehenden, alleinigen Gesetzgebungskompetenz zu bundeseinheitlichen Rauchverboten in der Gastronomie führen kann oder wird, ist derzeit offen.
Die früher zum Schutz der Nachtruhe geltende allgemeine Sperrzeit ist mittlerweile in den meisten Bundesländern zugunsten einer verbleibenden Putzstunde zwischen 05:00 und 06:00 morgens aufgehoben worden. Umgekehrt zum früheren Verfahren, bei dem der Betreiber Ausnahmeregelungen beantragen musste, kann diese Freiheit aber durch die örtlichen Behörden aus Gründen des Lärmschutzes dauerhaft eingeschränkt werden.
Betreiber einer Gaststätte mussten bis März 2009 zudem Vor- und Familiennamen des Inhabers oder Pächters durch ein gut lesbares Schild an der Eingangstüre bekannt machen, § 15a GewO a.F.
Das deutsche Gaststättenrecht findet in der Schweiz in den Gastgewerbegesetzen der Kantone sein Pendant, in deren Kompetenzbereich das Restaurationswesen liegt.

Swineshead Abbey

Tochterklöster
keine
Swineshead Abbey ist eine ehemalige Zisterzienserabtei in England. Das Kloster lag rund einen Kilometer nordöstlich von Swineshead und rund 8 km westsüdwestlich von Boston in der Grafschaft Lincolnshire, in der Nähe der Bucht The Wash.

Das der Kongregation von Savigny angehörende Kloster wurde im Jahr 1135 von Robert de Gresley als Tochterkloster von Furness Abbey gestiftet. Im Jahr 1147 schloss es sich mit der Kongregation von Savigny dem Zisterzienserorden an, in dem es der Filiation der Primarabtei Clairvaux angehörte. In seiner Frühzeit scheint das Kloster recht wohlhabend gewesen zu sein. Es war vor 1216 die Zufluchtsstätte von König Johann, nachdem dieser bei Durchquerung der Bucht The Wash die Kronjuwelen verloren hatte. Im Jahr 1536 wurde das Kloster, das auf ein Jahreseinkommen von 167 Pfund geschätzt worden war, von der Krone eingezogen. Im Jahr 1550 wurde es Lord Clinton verliehen. Im Jahr 1607 wurde ein bescheidenes Herrenhaus (Swineshead Abbey oder Abbey House) errichtet, das ziemlich sicher Steine der früheren Abtei aufweist.
Vom früheren Kloster hat sich nichts erhalten.

Joachim Spiegel

Joachim Spiegel (* 16. Juni 1911 in Berlin; † 1. November 1989 in Nürtingen) war ein deutscher Ägyptologe.
Joachim Spiegel studierte ab 1929 Ägyptologie an der Universität Berlin, wo er 1935 bei Hermann Grapow promoviert wurde. 1935/36 war Assistent an der Universität Leipzig bei Walther Wolf, 1937 erfolgte dort seine Habilitation. Für 1936/37 erhielt er das Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts. Danach blieb er bis 1940 in Kairo, konnte jedoch als Nichtmitglied der NSDAP an der dortigen Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts keine feste Stelle erhalten; er war jedoch in Kairo auch menschlich wenig beliebt. Von 1941 bis 1945 war Spiegel aufgrund seiner Arabischkenntnisse für den deutschen Propagandasender des Auswärtigen Amtes für Arabien tätig, zunächst mit Dienstsitz in Athen, dann in Belgrad, zuletzt in Berlin. 1945 wurde er Privatdozent an der Universität Göttingen, 1950 bis 1952 war er kommissarischer Leiter des dortigen ägyptologischen Instituts, 1957 wurde er zum außerplanmäßiger Professor für Ägyptologie ernannt.